http://static1.mainpost.de/storage/pic/mpnlneu/ss/6645346_1_1JQTGK.jpg?version=1435223534SCHWEINFURT-GARTENSTADT

Gefahren kennen keine große Pause

„Sicherheit“ kommt eigentlich von Securitas, lateinisch für „Sorglosigkeit“: Ein Wort, das bis heute in der Security-Branche weiterlebt. Völlig sorglos sollen Kinder aber nicht durchs Leben gehen: nachdem sie an der Projektwoche „Ganz sicher – unsere Schule!“ in der Gartenstadtschule teilgenommen haben.

„Die Schüler sollen hierbei Gefahren frühzeitig erkennen, einschätzen, vermeiden oder bewältigen lernen“, hieß es in der Ankündigung der Sicherheitsbeauftragten Ulrike Zitzmann-Karle sowie der Schulleiterin Ulrike Hieronymus zu den verschiedenen Workshops und Info-Veranstaltungen für alle Klassen und Jahrgangsstufen.

Es ging um „Erste Hilfe“ ebenso wie Internetsicherheit oder den unfallfreien Schulweg, zu Fuß, mit dem Rad oder im Schulbus. Hier übernahmen die Stadtwerke einen Workshop: An der Haltestelle „Blaue Leite“ wurde unter anderem der „tote Winkel“ im Rückspiegel demonstriert. Ein Fahrradparcours wurde ebenso angeboten wie Information durch die Polizei, außerdem wurde viel gelesen und gesungen .

Wenn dann mal ein Unfall passiert ist, muss das auch noch keine Katastrophe sein: Das BRK zeigte das technische Innenleben ihres Rettungswagens, um Ängste abzubauen - die Sanitäter waren schon früher bei den 200 Schülern aus den Stadtteilen Gartenstadt, Eselshöhe und Theuerbrünnlein zu Gast.

Die „Kommunale Unfallversicherung Bayern“ (KUVB) schickte eine eigene Expertin zum Thema Prävention: Auf jedem Spielplatz lauern auch Risiken. Fahrradhelme sind dort lebensgefährlich, wegen der Strangulationsgefahr. Im Straßenverkehr können sie wiederum Leben retten oder zumindest helfen, schwere Verletzungen zu vermeiden. Gesunde Ernährung hat auch mit einem „sorglosen“ Leben zu tun: In Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat ging es um die „gesunde Pause“.

Höhepunkt und Abschluss zugleich war dann der Besuch der (ehrenamtlichen) Johanniter-Rettungshundestaffel, die Kindern und Eltern ihr Können zeigte. Schon vor vor dem großen Tag durften die Spürnasen ihr Publikum beschnuppern und sich Mensch und Hund ausgiebig kennenlernen: sicher ist sicher.

Am Freitag demonstrierten Kalle, Amber, Simba, Mira, Patty, Paul und Nando dann ihren jeweiligen Ausbildungsstand, mitsamt Herrchen oder Frauchen auf der grünen Wiese: Beim Gehorsamstest, dem Aufstöbern und dem Anzeigen einer „vermissten Person“ ebenso wie beim Überqueren der Wippe, beim Leiter-Balancieren oder in der Stoffröhre.

Seit dem Jahr 2000 gibt es die Staffel mit neun Teams schon, die in unwegsamem Gelände eingesetzt wird und schon mehrfach Vermisste gerettet hat. Zugelassen zu den Prüfungen sind alle Rassen. Am Ende der zwei- bis dreijährigen Ausbildung sollen die Hunde gelassen auf Feuer, Menschenmassen oder Lärm reagieren. Trainiert wird zweimal wöchentlich.

„Einsatzbereit sind wir rund um die Uhr“, berichtet eine Hundeführerin mit Lautsprecher , „nachts, bei Sturm und Schneefall“. Trainiert wird an wechselnden Orten, dazu werden übrigens noch Waldstücke, aber auch die Trümmer eingerissener Häuser gesucht. Nach der Vorführung durften die Kinder die cleveren Vierbeiner ausgiebig streicheln und knuddeln: mit Sicherheit ein gutes Gefühl für beide Seiten.


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